Verbesserungen im Busverkehr ab 2018

Kreisrat Rainer Moritz, VGMT-Geschäftsführer Thorsten Haas, Hermino Katzenstein MdL und Kreisvorstandsmitglied Birgit Väth
Von links: Rainer Moritz, Thorsten Haas, Hermino Katzenstein MdL und Birgit Väth

Hermino Katzenstein informierte sich bei der VGMT

Die Verkehrs-Gesellschaft Main-Tauber (VGMT) organisiert den öffentlichen Personennahverkehr im Main-Tauber-Kreis auf der Straße. Hermino Katzenstein MdL, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion, informierte sich kürzlich über Neuigkeiten bei der VGMT. Begleitet wurde er dabei von Kreisrat Rainer Moritz und den Kreisvorstandsmitgliedern der Grünen Birgit Väth und Thomas Tuschhoff. Der Verband ist ein Zusammenschluss von 13 Busunternehmen und der DB Regio AG. Ab kommendem Jahr wird er vollständig vom Landkreis übernommen.

 

Die Busse der VGMT befahren im Flächenlandkreis Main-Tauber ein enorm großes Netz von 900 Kilometern Länge mit 930 Haltestellen. Insgesamt legen die Fahrzeuge dazu im Jahr circa 4,2 Millionen Kilometer zurück. Das Netz gehört seit 2003 zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Schon heute kann man mit einem Verbundfahrschein bis nach Würzburg fahren. Geschäftsführer Thorsten Haas kündigte an, dass die Anerkennung der Fahrscheine im Gelegenheitsverkehr bis nach Miltenberg beziehungsweise Rothenburg ob der Tauber ausgeweitet werden soll. Die stets verkehrenden Linienbusse werden durch Rufbusse ergänzt, die bisher nur dann fahren, wenn man seinen Fahrtwunsch bis spätestens eine Stunde vor Abfahrt telefonisch anmeldet. „Ab dem 01.01.2018 soll man die Anmeldung zusätzlich auch direkt über die elektronische Fahrplanauskunft vornehmen können“, wagte Thorsten Haas einen Blick in die Zukunft.

 

Bessere Fahrzeuge und Fahrgastinformation

Der Landkreis als Träger des ÖPNV hat die Verkehrsleistungen ab dem kommenden Jahr neu ausgeschrieben. Bis auf fünf Linienbündel konnten bereits alle vergeben werden. „Dabei wird es einige wenige Fahrplanänderungen und teilweise neue Fahrzeuge geben“, versprach Haas. „Auf den Hauptlinien werden fast ausschließlich Kategorie A-Fahrzeuge eingesetzt“. Diese Fahrzeuge müssen niederflurig sein und zum Ein- und Ausstieg eine Rampe oder einen Hublift mit direktem Zugang zur Sondernutzungsfläche haben, was besonders komfortabel und nutzerfreundlich für mobilitätseingeschränkte Menschen ist. WLAN gebe es, wo dies von den Neukonzessionären als Mehrqualität angeboten wurde sowie bei den vom Land geförderten Regiobuslinien.

 

Die VGMT bietet den an der Ausschreibung beteiligten Busunternehmen neue elektronische Fahrscheindrucker an. Mit diesen Bordrechnern können unter anderem Echtzeitdaten gesendet und verarbeitet werden. Dank der generierten Prognosedaten wird die Qualität in der Anschlusssicherung erhöht. Die Fahrgäste können die Ankunft ihres Linienbusses in der elektronischen Fahrplanauskunft nachvollziehen, mittels der VRN-App oder über dynamische Fahrgastinformationssysteme (DFI), die an den größeren zentralen Omnibusbahnhöfen eingerichtet werden sollen. Die Kosten für die DFIs werden zur Hälfte vom Landkreis getragen.

 

Zum 01.08.2015 wurde der NightLife-Shuttle neu konzeptioniert. Notwendig wurde dies, weil die Nutzerzahlen des Nachtbusangebots seit dem Jahr 2008 kontinuierlich abgenommen haben und dadurch das Finanzierungsdefizit angestiegen ist, berichtete der VGMT-Geschäftsführer. Die Finanzierung der Neukonzeption ist noch bis zum 31.12.2017 gesichert. Es hätten mittlerweile an der Strecke nach Würzburg gelegene bayerische Gemeinden Interesse an einer Anbindung mit dem NightLife-Shuttle bekundet. Je näher sie an Würzburg liegen, umso interessanter sei dieses Angebot für sie. Eine Sponsorenversammlung mit den aktuellen und potentiellen zukünftigen Partnern wird voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2017 stattfinden.

 

Jobtickets im Kreis nicht genutzt

„Leider hat bisher noch keine Firma im Landkreis Interesse daran gezeigt, ihren Mitarbeitern ein VRN Job-Ticket anzubieten“, bedauerte Thorsten Haas. Das Job-Ticket ist ein Angebot für Berufstätige, deren Arbeitgeber eine Job-Ticket-Vereinbarung mit einem „Verkehrsunternehmen“, z. B. der VGMT, abschließen möchte. Für die Beschäftigten hätte es den Vorteil, dass sie diese vergünstigte Jahreskarte (aktuell 40,50 € pro Monat) auch in ihrer Freizeit im gesamten Gebiet des Verkehrsverbundes nutzen und nach 19 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen bis zu 4 Begleitpersonen bzw. die eigene Familie kostenlos mitnehmen können. Der Arbeitgeber kann durch dieses Angebot seine Attraktivität steigern, die Verkehrs- und Parkraumbelastung reduzieren und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.

 

„Vorteile hat der eTarif des VRN bei Strecken, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur über Umwege zurückzulegen sind“ berichtete Hermino Katzenstein, der selbst im VRN-Gebiet wohnt und jahrelang begeisterter Nutzer eines Job-Tickets war. Hierbei zahle man nur einen Grundpreis von 1,20 Euro pro Fahrt und 20 ct pro Kilometer Luftlinie. Um den öffentlichen Verkehr zu fördern benötige man Park & Ride-Parkplätze sowie sichere Abstellplätze für teure Pedelecs und E-Bikes. „Solche Investitionen werden nach dem Landesverkehrsfinanzierungsgesetz ab einer Bagatellgrenze von 10.000 Euro gefördert“, so Katzenstein.

 

Zurzeit residiert die VGMT noch im i_Park in Lauda. Angestrebt ist aber ein Umzug in das Bahnhofsgebäude. Dort soll eine VRN-Mobilitätszentrale eingerichtet werden. Man verstehe sich als Mobilitätsdienstleister, der integrierte Dienste vorhalten will, zum Beispiel auch Car- oder Bikesharing.

 

Die grünen Kommunalpolitiker diskutierten abschließend noch weitere Verbesserungen im Linienbusverkehr. Als sinnvoll betrachtet wurde die Verlängerung der Regiobuslinie Walldürn-Tauberbischofsheim bis nach Würzburg.

 

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