Windstrom vom Dach

Mit ihrem sanierten und modernisierten "Hof8" in Weikersheim-Schäftersheim, einem früheren Bauernhof, hat Prof. Dr. Martina Klärle bereits zahlreiche Preise gewonnen. Fotovoltaikanlagen und eine Grundwasser-Wärmepumpe erzeugen schon heute 106 Prozent mehr Energie als das Gebäude und die drei Elektroautos verbrauchen. "Die Wärmepumpe holt das Fünffache an Energie aus dem Grundwasser, das sie selbst verbraucht", berichtet Prof. Klärle. Doch damit gibt sie sich noch nicht zufrieden. Auf dem früheren Stallgebäude, in dem jetzt eine Hebammenpraxis untergebracht ist, lässt sie zusätzlich Walzen-Wind-Generatoren der Firma NeoVenti GmbH aus Kalchreuth installieren.

 

Der Geschäftsführer Bernd Bedner und der Entwickler Wilfried Färber schilderten die Vorteile dieser genehmigungsfreien Geräte. Sie werden mit einem 3D-Drucker hergestellt und sind in der Lage, schon ab Windstärke 3 Strom zu erzeugen. Eine schwenkbare Haube leitet den Wind je nach Windrichtung optimal auf die Lamellen der Walze, die den Strom produziert. Die Geräte gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen, für Sattel- und für Flachdächer.

 

Muster eines Wind-Walzen-Generators der Fa. NeoVenti

 

Die Bundestagskandidatin der Grünen im Wahlkreis Odenwald-Tauber, Charlotte Schneidewind-Hartnagel und Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller zeigten sich am 11. April 2017 bei einem Besuch von Hof8 beeindruckt von den wegweisenden Konzepten, die hier verwirklicht worden sind und werden. Mit der Energiewende mache man sich unabhängig von Energielieferungen aus Krisenregionen, meinte Untersteller. Die Wertschöpfung bleibe in der Region. Es entstünden neue Arbeitsplätze im Handwerk. Insgesamt schaffe man damit Vorteile für die nächsten Generationen.

 

Charlotte Schneidewind-Hartnagel (rechts) im Gespräch mit Prof. Klärle und Ortsvorsteher Markus Lang

Bundestagskandidatin Charlotte Schneidewind-Hartnagel (rechts) im Gespräch mit Prof. Dr. Klärle und Ortsvorsteher Markus Lang.

 

Um die Lücke in der Stromerzeugung in Baden-Württemberg zu schließen, die durch den Wegfall der Atomkraftwerke entstehe, müssten weitere regenerative Energiequellen genutzt werden, zeigte er sich überzeugt. In Kürze lege das Land auch ein Förderprogramm für Stromspeicher auf, die von den Energieversorgern gesteuert werden.

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