300 Leute wollten Cem Özdemir live erleben

Cem Özdemir und Gerd Bayer bei der Wahlveranstaltung am 7.2.26 in Rüsselhausen
Cem Özdemir, Kandidat der Grünen für das Amt des Ministerpräsidenten, besuchte den Wahlkreiskandidaten Gerd Bayer (rechts) auf seinem Acker in Rüsselhausen.

Gerd Bayers 19 Hektar großes Agroforst-Projekt verfolgt mehrere Ziele: Es soll Regenwasser zurückhalten, die Grundwasserneubildung fördern und die Bodenerosion reduzieren. Bei Starkregen sollen Überflutungen vermieden und die Biodiversität soll vergrößert werden. Gleichzeitig sollen der Acker weiter bewirtschaftet und durch Obst, Nüsse und Trüffel sowie das Holz neue Einnahmemöglichkeiten geschaffen werden.

Ex-Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, passend in Gummistiefeln angereist, äußerte sich überaus positiv über Agroforst-Projekte, bevor er selbst zur Tat schritt und gemeinsam mit Gerd Bayer den ersten Baum pflanzte.

Er sprach sich dafür aus, den Bauern mehr Marktmacht zu verschaffen. Ihre Erzeugnisse seien dafür da, im Land konsumiert zu werden. Möglichst billig für den Weltmarkt zu produzieren sei der falsche Weg. Die Landwirte seien dazu bereit, größere Ställe zu bauen, um ihren Tieren mehr Platz und Auslauf zu verschaffen. Dafür benötigten sie jedoch Unterstützung. Özdemir kritisierte, dass das von der Ampel-Regierung beschlossene Tierwohlkennzeichen aus politischen Gründen, unter anderem auf Drängen von Landwirtschaftsminister Peter Hauk, bis nach der Landtagswahl verschoben wurde. Dabei sei das nicht seine Idee gewesen, so Özdemir, sondern auch von seinen Vorgängern von der CDU gewollt worden. Eine Idee werde nicht danach bewertet, ob sie gut oder schlecht ist, sondern danach, von wem sie kommt. Wenn er Ministerpräsident werde, spiele es keine Rolle mehr, von wem eine Idee stammt, sondern nur noch, ob sie gut oder schlecht ist.

Miteinander statt gegeneinander

Großen Wert legte Cem Özdemir auf Zusammenarbeit. Als Beispiel nannte er das Biodiversitäts-Stärkungs-Gesetz, bei dem Ministerpräsident Winfried Kretschmann alle Beteiligte an einen Tisch holte und in gemeinsamen Verhandlungen eine gute Lösung des Konflikts zwischen Naturschutz und Landwirtschaft erreicht hat. Er sei auch kein großer Freund von Freiflächen-Fotovoltaik-Anlagen. Durch Straßen, Gewerbe- und Wohngebiete bestehe schon ein sehr starker Druck auf landwirtschaftlichen Flächen. Mit Agro-PV-Anlagen könne aber beides gemacht werden, Landwirtschaft und Stromerzeugung.

Cem Özdemir (links) pflanzt gemeinsam mit Gerd Bayer den ersten Baum.
Der Kandidat der Grünen für das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg, Cem Özdemir (links), pflanzte gemeinsam mit dem Wahlkreiskandidaten Gerd Bayer den ersten Baum für das größte Agroforst-Projekt in Baden-Württemberg.

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