Starkregen erfordert Wachsamkeit

MdB Charlotte Schneidewind-Hartnagel besucht Wertheim

MdB Charlotte Schneidewind-Hartnagel zu Besuch beim Wertheimer Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez
Von links: Iwona Majr-Danisz, OB Markus Herrera Torrez, MdB Charlotte Schneidewind-Hartnagel und Eberhard Feucht

Wertheim, die nördlichste Stadt in Baden-Württemberg, liegt im Wahlkreis der Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen Charlotte Schneidewind-Hartnagel. Sie wird seit Mai 2019 von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez geführt. Dieser Tage traf man sich zum Gespräch im Wertheimer Rathaus, das vom Vorstand der Wertheimer Grünen Eberhard Feucht und der Beisitzerin Iwona Majr-Danisz begleitet wurde.

Die extremen Regenfälle und die dadurch ausgelösten Überschwemmungskatastrophen der letzten Wochen war das erste Gesprächsthema der Politiker*innen.

Durch die exponierte Lage der Flüsse-Stadt Wertheim am Zusammenfluss von Tauber und Main, bedrohen Hochwasserereignisse zwar regelmäßig Teile der Altstadt. Man sei „hochwassererfahren“. Dennoch hat das Ausmaß der aktuellen Regenfälle auch hier erhöhte Wachsamkeit erzeugt. Der Gemeinderat habe daher in seiner jüngsten Sitzung den Auftrag zur Erstellung einer vom Baden-Württembergischen Umweltministerium mitfinanzierten Analyse verabschiedet, aus der sich ein Starkregenrisikomanagement ableiten lasse, wie Herrera Torrez der Bundestagsabgeordneten erklärte.

„Verheerende Wetterereignisse wie jetzt in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz könnten sich mit Fortschreiten der Klimaerwärmung häufen, da sich Regentiefs auf Grund der Verlangsamung des Jetstreams länger halten. Sommertage wachsen sich so zu Hitzewellen aus, ein paar Regentage werden dann zu verheerenden Flutwellen. Zu analysieren wie sich derartige Wassermassen in Wertheim verhalten würden, ist vorausschauend und kann mit den richtigen Konsequenzen Menschen und Werte vor Schaden bewahren. Wir brauchen dringend zukunftsfähige Planungen, was Hitze und Regen betrifft. Neubaugebiete dürfen nicht mehr komplett plan sein, Bäume abgeholzt und Flächen versiegelt werden. Den Entscheidungen in den Kommunen kommt damit eine entscheidende Rolle zu“, stellte Schneidewind-Hartnagel fest.

Planungen eines Investors, die auf einer Vorrangfläche errichteten und in die Jahre gekommenen 14 Windräder zu „repowern“ und dort stattdessen 6 neue, deutlich höhere Windräder zu erstellen, werden aktuell kontrovers diskutiert. In einer öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderates, die für den 9. August 2021 anberaumt wurde, sollen nun alle Beteiligten miteinander ins Gespräch kommen, so Herrera Torrez.
„Damit wir das Klimaziel von 1,5 °C erreichen, müssen wir auf regenerative Energieformen wie die Windkraft umsteigen. In Wertheim gilt es jetzt die Bevölkerung mitzunehmen, aufzuklären und möglicherweise Kompromisse zu finden. Auch wenn damit nicht alle zufrieden sein werden, bin ich zuversichtlich. Die Notwendigkeit der Energiewende durch den Ausbau der Erneuerbaren und deren Bedeutung für die Begrenzung der Erderwärmung ist in der Bevölkerung angekommen“, bestätigte Schneidewind-Hartnagel.

Sowohl die Bundestagsabgeordnete als auch der Oberbürgermeister zeigten sich erfreut über den konsensualen Gesprächsverlauf und vereinbarten weiterhin einen engen Austausch zwischen Bundes- und kommunaler Ebene.

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