Klimawandel ohne Corona-Pause

Kreistagsfraktion besucht die Energieagentur des Main-Tauber-Kreises

Kreistagsfraktion der Grünen besucht die Energieagentur des Main-Tauber-Kreises
Von links: Jürgen Muhler, Ursula Mühleck, Nadine Hofmann, Rainer Moritz und Rosemarie Lux

Die Dezernentin für Kreisentwicklung, Kultur und Bildung, Ursula Mühleck, empfing die Kreistagsfraktion der Grünen zu einem Informationsbesuch bei der Energieagentur des Landkreises. Sie bedauerte, dass die Corona-Pandemie alle anderen Dinge in den Hintergrund gedrängt hat, „alle Themen rund um den Klimaschutz haben dennoch nichts an Wichtigkeit verloren“, so Mühleck. Mit ihren Mitarbeitenden Jürgen Muhler und Nadine Hofmann wolle die Energieagentur die Projekte abarbeiten und weiter entwickeln.

Für Kreisrätin Rosemarie Lux aus Lauda-Königshofen ist Klimaschutz „das aller aller aller Wichtigste“. Und ihr Weikersheimer Kollege Hans Hartung berichtete, dass er den Klimawandel bereits vor 10 Jahren in Afrika beobachten konnte. Er habe nicht erwartet, dass er so schnell auch hierzulande ankommt.

Beratungsbedarf bei den Bürger*innen

Die vielfältige Tätigkeit der Energieagentur stellte Jürgen Muhler vor. Beim Erzeugen erneuerbarer Energie gehe der Landkreis selbst mit gutem Beispiel voran. Auf allen seinen Gebäuden, auf denen das möglich ist, seien bereits oder würden in Kürze Fotovoltaik-Anlagen installiert. Die Agentur führe regelmäßig Informationsveranstaltungen durch und biete Energieberatungen an. Der Beratungsbedarf in der Bürgerschaft sei hoch. Die wegen Corona virtuell durchgeführten Infoveranstaltungen seien schnell ausgebucht gewesen. Täglich erreichten ihn fünf bis zehn Anrufe von interessierten Bürger*innen. Hierbei arbeite man auch mit freien Energieberatern und mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sowie den regionalen Energieversorgern zusammen. Im südlichen Kreisgebiet sei man da bereits gut versorgt. Zur Unterstützung wird derzeit im Raum Wertheim ein Energieberater gesucht.

Geschult haben Nadine Hofmann und Jürgen Muhler auch sogenannte Energiebotschafter. Sie gehen in Kindergärten und Kindertagesstätten, um schon die Kleinsten auf kindgerechte Art für das Thema zu sensibilisieren. Schulkinder bekämen Strommessgeräte ausgeliehen, mit denen sie den Stromverbrauch von Handyladegeräten oder Fernsehern messen und in Excel-Tabellen eintragen sollen. Auf diese Weise könne ihnen bewusst gemacht werden, dass durch den Verzicht auf den Stand-by-Betrieb und weitere, leicht umsetzbare Stromsparmaßnahmen etwa 120 € pro Jahr eingespart werden können. Mit der Gemeinde Igersheim führe die Energieagentur demnächst ein fünftägiges Ferienprogramm durch.

Drei Leuchtturmprojekte

Das 2018 vom Kreistag beschlossene integrierte Klimaschutzkonzept sieht drei Leuchtturmprojekte vor, eine Solardachinitiative, eine Initiative für Elektromobilität und ein Programm für Energieeffizienz. Durch eine Kooperation mit dem Stadtwerk Tauberfranken werde die Energieagentur ab 1.7. von einer erfahrenen Nachhaltigkeitsmanagerin unterstützt. Aktuell laufe eine Abfrage im Landkreis, wie viele Freiflächen-Fotovoltaikanlagen bereits existieren. Konzepte für die Wärmewende müssten noch entwickelt werden.

Kreisrätin Gudrun Weiske aus Impfingen regte an, in die Gemeinschaftsunterkünfte des Landkreises zu gehen und dort für einen bewussteren Umgang mit Energie zu werben. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Menschen dort durch einen zu sorglosen Verbrauch verschulden.

Jürgen Muhler berichtete weiter, dass die Energieagentur mit den Gemeinden Igersheim, Niederstetten und Wertheim vom 9. bis 29. September eine Aktion Stadtradeln durchführen wird. Im November sei ein „Thermografiespaziergang“ geplant. Mit einer Wärmebildkamera des Stadtwerks Tauberfranken würden dabei Gebäude hinsichtlich ihrer Wärmedämmung begutachtet.

Der Fraktionsvorsitzende Rainer Moritz aus Bad Mergentheim fand ebenso wie seine Stellvertreterin Birgit Väth aus Wertheim abschließend lobende Worte für die Energieagentur. Nachdem es zwischenzeitlich auf Grund von Personalwechsel eine Durststrecke gegeben habe, sei sie in letzter Zeit durch intensive Öffentlichkeitsarbeit wieder sehr gut wahrnehmbar.

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