Wir alle können etwas tun

„Billigfleisch nutzt nur den Fleischbaronen – und sonst niemandem“, erklärte die Abgeordnete für den Wahlkreis Odenwald-Tauber am Montag. „Kükenschreddern, Gammeldöner, Pferdelasagne: Die Ausbreitung des Corona-Virus bei Tönnies ist nur der vorerst letzte einer langen Reihe von Skandalen in der Fleischbranche. Wir können alle etwas gegen diese Skandale tun! Indem wir auf Fleisch aus der Region – und am besten aus biologischer Produktion – zurückgreifen.“

Schneidewind-Hartnagel ergänzte, dass neben der Verantwortung, die alle selbst übernehmen könnten, auch die Bundesregierung ihren Teil leisten müsse: „Die Bundesregierung muss endlich ein staatliches und verbindliches Tierwohllabel auf den Weg bringen, Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage versetzen, Produkte tatsächlich zu beurteilen, und dafür sorgen, dass sie sich qualitativ höherwertige Produkte auch leisten können.“

Die Probleme fangen der Sozialpolitikerin zufolge in der industriellen Massentierhaltung an und ziehen sich über die Fleischproduktion bis in den Konsum. „Die Massentierhaltungen befördern für den Menschen gefährliche Antibiotikaresistenzen, die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie gefährden die Gesundheit der Beschäftigten, die ständige Verfügbarkeit von Billigfleisch befeuert den Klimawandel – wir alle müssen unseren Teil dazu leisten, denn am Ende liegt es daran, was wir kaufen.“

„Als Einzelpersonen müssen wir uns fragen, ob es jeden Tag Fleisch sein muss. Als Gesellschaft müssen wir die soziale Frage lösen, wie wir allen Menschen Zugang zu gesunden und nachhaltig produzierten Lebensmitteln ermöglichen.“

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