UFZ Niederstetten platzt aus allen Nähten

MdL Hermino Katzenstein auf Informationsbesuch

MdL Hermino Katzenstein beim UFZ Niederstetten
Von links: Daniel Bissinger, Kreisrat Rainer Moritz, Roland Landwehr, Rüdiger Zibold, MdL Hermino Katzenstein, Guido Popp und Sascha Bauer

Das Umschulungs- und Fortbildungszentrum Niederstetten e.V. gibt es bereits seit Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Seither hat es sich kontinuierlich weiter entwickelt. Nun „platzt es aus allen Nähten“, wie der Vorsitzende Rüdiger Zibold beim kürzlichen Besuch des Landtagsabgeordneten Hermino Katzenstein (Grüne) feststellte.

Vereinsmitglieder des UFZ sind der Main-Tauber-Kreis, die Stadt Niederstetten, der Firmenausbildungsverbund fabi und der Bauernverband sowie 21 Firmen aus der Region und darüber hinaus. Jedoch nutzen über 70 Firmen zwischen Wertheim und Neckarsulm als Kunden in der Überbetrieblichen Ausbildung die Kursangebote des UFZ. Aktuell arbeiten im UFZ sechs Ausbilder und eine Mitarbeiterin in der Verwaltung. „2018 hatten wir 650 Schülerinnen und Schüler“, berichtete Ausbilder Guido Popp in Vertretung des erkrankten Geschäftsführers Bernd Herschlein. Wegen der räumlichen Enge und der verkehrsungünstigen Lage in Wermutshausen baue man demnächst neu in Niederstetten, das über einen Bahnanschluss verfügt.

Chance für Umschüler, Arbeitslose und Migranten

Für die Firmen im Main-Tauber-Kreis habe das UFZ eine sehr hohe Bedeutung, berichtete Roland Landwehr von der mitbegründenden Firma Bürkert. Angeboten werden Umschulungen, die zwei Jahre beziehungsweise eineinhalb Jahre dauern. Weiterhin gebe es eine Übungswerkstatt in Mechatronik, in der die Auszubildenden sechs Monate verbringen. Das vielfältige Angebot des UFZ sei für Menschen, die etwa aus gesundheitlichen Gründen umschulen müssten, für Arbeitslose oder Migranten. Die beteiligten Firmen bekämen hierdurch die nötigen Fachkräfte.

Erwerben kann man im Umschulungs- und Fortbildungszentrum die Qualifikationen Elektroniker, Industrieelektriker, Industriemechaniker oder Fachkraft für Metalltechnik. Ausbilder Guido Popp verwies stolz auf eine sehr hohe Vermittlungsquote nach Abschluss der Maßnahme. „Über 90 Prozent der Absolventen können in ein Arbeitsverhältnis vermittelt werden“.

Man achte stets auf eine sehr moderne Ausstattung mit neuester Software und Maschinen. Im Vergleich zu anderen Anbietern seien die Kursgebühren für die entsendenden Firmen dennoch ausgesprochen günstig. Möglich mache dies die Förderung des UFZ aus öffentlichen Kassen. Der geplante Neubau in Niederstetten für 10,7 Millionen Euro werde vom Staat und dem Land Baden-Württemberg mit insgesamt 70 Prozent bezuschusst. Der Landkreis übernehme 750.000 Euro, der Rest werde mit einem Darlehen finanziert. Zusammen mit dem Bildungszentrum Niederstetten und der Realschule bilde das UFZ in Zukunft den „Bildungscampus Niederstetten“.

Ein Problem jedoch beklagte Rüdiger Zibold. Obwohl eine Glasfaserleitung in Wermutshausen vorhanden sei, fehle eine zeitgemäße Internetverbindung. „Die Telekom schafft es einfach nicht, den Anschluss herzustellen“, berichtete er. In Wermutshausen gebe es auch keinen Handyempfang. Aus Sicht des Ausbilders Popp hat dies jedoch auch einen Vorteil: Die Azubis sind im Unterricht nicht abgelenkt.

Frauen in Technikberufe

Ein besonderes Anliegen ist es ihm zufolge, mehr Mädchen in Technikberufe zu bringen. Die Zeiten, in denen der Beruf des Industriemechanikers mit Kraft und Dreck zu tun hatte, seien längst vorbei. Heute sei „Köpfchen“ gefragt. Um dieses Ziel zu erreichen habe man einen „Girls Day“ eingeführt.

Beim anschließenden Rundgang durch das UFZ konnten sich MdL Hermino Katzenstein und seine Begleiter vom Kreisvorstand der Grünen Main-Tauber von der modernen Ausstattung überzeugen.

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