Bald mehr ÖPNV im Kreis

Grüne Kreistagsfraktion besuchte die VGMT

Die grüne Kreistagsfraktion und Dieter Thoma bei der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber
Jochen Müssig, Thorsten Haas, Rosemarie Lux, Birgit Väth, Rainer Moritz, Gudrun Weiske und Dieter Thoma

Die Kreisräte der Grünen Rainer Moritz, Rosemarie Lux, Birgit Väth und Gudrun Weiske trafen sich zusammen mit Dieter Thoma von der Bürgerinitiative Frankenbahn mit den Geschäftsführern der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber VGMT des Landkreises, Thorsten Haas und Jochen Müssig, um sich über den aktuellen Stand und die Vorhaben im öffentlichen Verkehr informieren zu lassen.

Thorsten Haas berichtete zunächst, dass trotz Ausweitung der Verkehrsleistungen der Wirtschaftsplan eingehalten werden konnte. Eingeführt wurde ein Ruftaxi-System, das seit Januar 2018 den Linienverkehr ergänzt. Es fährt in Nebenzeiten, am Wochenende, in den Ferien und an Feiertagen nach Fahrplan innerhalb von 21 Korridoren und von ausgewählten Ruftaxihaltestellen zu ausgewählten Ruftaxihaltestellen, jedoch zum normalen Bustarif. Es kann telefonisch oder online bestellt werden. Vielen Bewohnerinnen und Bewohnern des Landkreises sei dieses Angebot noch zu wenig bekannt, weshalb die VGMT zahlreiche Informationsveranstaltungen dazu durchführe. „Wer über den ÖPNV schimpft, kennt ihn oft gar nicht richtig“, meinte Jochen Müssig.

Neue Bedingungen fürs Job-Ticket in Aussicht

Ein Problem für die VGMT sei der Rückgang der Schülerzahlen. Habe man 2007 noch 125.000 Schülermonatskarten verkauft, seien dies 2018 nur noch 102.000 gewesen. Allerdings hätte der Verkauf von Tageskarten seit 2013 um zehn Prozent zugenommen. Die VGMT und der Main-Tauber-Kreis hoffen auf eine Änderung der Richtlinien des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar VRN für das Job-Ticket. Hiervon versprechen sich die beiden Geschäftsführer eine bessere Akzeptanz. Ein Betrieb muss bisher für alle Mitarbeitenden bezahlen, auch wenn nur wenige ein solches Angebot wahrnehmen. Künftig sollte es möglich sein, nur für die Personen zu bezahlen, die tatsächlich ein Jobticket nutzen. „Am Wochenende können Jobticket-Inhaber auch Familienmitglieder kostenlos mitnehmen“, pries Haas die Vorteile dieses Angebots an.

Regionalbahn Würzburg - Osterburken

Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 läuft ein dreijähriger Probebetrieb einer Regionalbahn zwischen Würzburg und Osterburken an mit Halt an allen derzeitigen Zwischenbahnhöfen. Dieser wird sowohl vom Land, als auch von den beiden Landkreisen Main-Tauber und Neckar-Odenwald finanziert. Wenn täglich mindestens 500 Personen dieses Angebot nutzen, wird es dauerhaft weitergeführt. Für die VGMT bedeutete dies, dass sie ihre Buslinien an die neuen Angebote anpassen musste. Dieses ergänzende Busangebot ist entgegen erster Schätzungen nicht kostenneutral möglich. Es koste den Landkreis zusätzlich rund 600.000 Euro. Für die Regionalbahn bezahle er 1 Million Euro pro Jahr, so dass vom Kreis in der Summe 1,6 Millionen pro Jahr aufzubringen sind. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Land und den beteiligten Busunternehmen muss aber noch vom Kreistag beschlossen werden. Für Jochen Müssig ist klar, dass auch weitere Haltepunkte auf der Strecke zwischen Lauda und Osterburken reaktiviert werden müssen, damit die Regionalbahn ausreichend angenommen wird. Zu den erwarteten 350 Schülerinnen und Schülern müssten noch rund 150 Fahrgäste pro Tag hinzukommen, damit die Regionalbahn erhalten bleibt.

Etliche Bahnhöfe im Kreis wurden bereits saniert, einige warten aber noch darauf. Für den bequemen Einstieg ist insbesondere eine Erhöhung der Bahnsteige auf 55 cm nötig. Mittel dafür will der Landkreis im Rahmen des angekündigten Bahnhofsmodernisierungsprogramms des Landes und nach dem LGVFG anmelden. Sie würden ab 2020 vorgenommen. Die dynamischen Fahrgast-Informationssysteme, die sowohl die planmäßige als auch die tatsächliche Ankunftszeit der Busse und Bahnen anzeigen und ansagen, kämen bis Ende dieses Jahres. Schon jetzt bekämen die Fahrgäste diese Informationen auf ihr Smartphone, wenn sie die App des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar VRN nutzten.

Mobilitätszentralen

Die Westfrankenbahn richtet im Bahnhof Bad Mergentheim eine Mobilitätszentrale ein. Diese wird von der Stadt Bad Mergentheim und vom Landkreis finanziell unterstützt. Sie wird 50 Stunden pro Woche geöffnet sein. Neben Auskünften und Fahrkarten kann man sich dort auch Elektrofahrräder und ein Elektroauto ausleihen. Ein ähnliches Angebot sei im Bahnhof Lauda geplant.

Fraktionsvorsitzender Rainer Moritz bedankte sich abschließend für die Informationen und sagte der VGMT die Unterstützung der grünen Kreistagsfraktion zu.

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